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Zehn Jahre Schutz der Streuwiesen in Rheintal und Walgau

Erfolg einer bei- spielhaften Natur- schutzverordnung
1990 wurde die Verordnung über den "Streuewiesenbiotop- verbund Rheintal-Walgau" erlassen. Im Auftrag der Vorarl- berger Landesregierung überprüfte unser Umweltbüro den Erfolg der Schutzbemühungen. Das Ergebnis dieser "Eva­lu­ierung" ist durchaus erfreulich: Knapp 99 % der geschützten Streuwiesen blieben in den neunziger Jahren erhalten.
 
Die "Streuwiesenverordnung" erfasst etwa 600 ha Riedwiesen. Zusammen mit den Naturschutzgebieten Rheindelta, Mehrer- auer Seeufer in Bregenz, Gsieg-Obere Mähder in Lustenau, Birken-Schwarzes Zeug in Wolfurt/Dornbirn und Bangs-Matschels in Feldkirch sind im Talraum Vorarlbergs etwa 1000 ha Streuwiesen geschützt. Dazu kommen derzeit noch über 200 ha nicht geschützte Streuwiesen.
 
Streuwiesen sind somit die prägenden naturnahen Lebens-
räume in Rheintal und Walgau, die in anderen dicht besied- elten Regionen kaum vergleichbar großflächig erhalten sind. Diese Flächen müssen extensiv genutzt werden. Extensiv heißt, dass Streuwiesen nicht gedüngt und nur einmal im Jahr gemäht werden. Sibirische Schwertlilie und Brachvogel sind als typische "Riedarten" auf diese Nutzungsform angewiesen. Zahlreiche weitere gefährdete Pflanzen- und Tierarten finden in den Streuwiesen von Rheintal und Walgau ihre letzten Refugien in weitem Umkreis.
 
In der Vergangenheit stand die Erhaltung der Streuwiesen-
fläche im Zentrum der Schutzbemühungen. Dies ist mit der Streuwiesenverordnung weitgehend gelungen. Künftig ist der qualitativen Entwicklung vermehrt Augenmerk zu schenken. So ist vor allem ein intakter Wasserhaushalt wichtig. Hierfür ist die Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz, Wasserbau und Raumplanung zu intensivieren.
 
UMG Umweltbüro Grabher (2000): Evaluierung der Verord- nung über den Streuewiesenbiotopverbund Rheintal-Walgau. - Im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung.
 
 
Die Sibirische Schwertlilie ist die Charakterpflanze vieler Streuwiesen. Streuwiesen mit der Schwarzen Kopfbinse und Mehlprimel zählen zu den seltensten Pflanzengesellschaften im Talraum. Nasse Zwischenmoore mit dem Weißen Schnabelried finden sich nur im nördlichen Rheintal. Massenvorkommen der Kuckuchs-Lichtnelke weisen auf nährstoffreiche Verhältnisse.
Der erst im Hochsommer blühende Duftlauch ist in Österreich selten, in Tal-Streuwiesen Vorarlbergs aber noch recht weit verbreitet. Das Lauteracher Ried ist eine vor allem auch für Wiesenvögel wichtige Streuwiesenlandschaft im Bereich der großen Torfmoore des nördlichen Rheintals. In Streuwiesen sind großflächige Vorkommen der Späten Goldrute (Solidago gigantea) ein Hinweis für Probleme durch Nährstoffeinträge oder Grundwasserabsenkungen. Durch die Streuwiesen des Lustenauer Riedes sollte die Bodensee Schnellstraße S 18 gebaut werden. Auf Druck der EU musste das Projekt ad acta gelegt werden. Inzwischen sind die Flächen Teil des Natura 2000-Gebietes „Unteres Rheintal“.