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Machbarkeitstudie Auwälder Bregenzerachmündung
 
 

Machbarkeitstudie Auwälder Bregenzerachmündung

Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung von Auwäldern
Für ausgewählte Auwaldgebiete rund um den Bodensee wurden im Auftrag der Bodenseestiftung Machbarkeitsstudien für ökologische Aufwertungen erarbeitet. An der Bregenzerach werden wasserwirtschaftliche Maßnahmen im Rahmen eines parallel laufenden Gewässerentwicklungskonzeptes erarbeitet; daher beschränken sich die Vorschläge im Rahmen des Au­waldprojektes auf Besucherlenkung, Besucherinformation und Artenschutz.
Die Bregenzerachmündung zählt zu den natürlichsten Mün­dungs­land­schaf­ten in Mitteleuropa. Seit im Jahre 1989 die Kies­bag­ger­ungen eingestellt wurden, zeichnet sich das Mün­dungs­delta durch eine enorme Landschaftsdynamik aus. Hier finden sich alle Sukzessionsstadien – von großflächigen Sand- und Kiesbänke bis zu Auwäldern. Die Bregenzerach­mündung ist mit dem an­gren­zen­den Mehrerauer Seeufer ein beliebtes Freizeit- und Nah­er­hol­ungs­ge­biet. Besucherlenkung und Be­su­cher­in­for­mation sind daher von wesentlicher Be­deutung, um die Lebens­räume für sensible Arten zu erhalten.
 
UMG Umweltbüro Grabher, stadt-land-see & Ruthardt + Gasser ZT (2009): Machbarkeitsstudie zum Schutz und zur Entwicklung von Auenwäldern am Bodensee: Bregenzerach- mündung. - Im Auftrag der Bodenseestiftung.
Download als pdf (3,5 MB)
 
 
Die Bregenzerach ist der zweitgrößte Zufluss des Bodensees. In den letzten Jahren hat sich im Mündungsbereich ein naturnaher Mündungskegel entwickelt. Hier finden sich alle Entwicklungsstadien einer naturnahen Flussmündung mit Wasserpflanzengesellschaften, offenen Sand- und Kiesflächen, Röhricht, Weichholz- und Hartholzauen. Auwälder zähen zu am stärksten bedrohten Waldbiotopen Europas. Schon früh wurden sie aufgrund der nährstoffreichen und fruchtbaren Böden gerodet, trockengelegt und in Wirtschaftsland umgewandelt. Die verblieben Auwälder sind heute infolge von Fließgewässerbegradigung und -regulierung großteils von den einst regelmäßigen Überschwemmungen abgeschirmt. Auwälder sind artenreiche Lebensräume und durch eine reichhaltige Vogel- und Insektenfauna gekennzeichnet. Der hohe Anteil an Totholz fördert holzbewohnende und -zersetzende Arten. Silberweiden-Weichholzauen sind am Bodenseeufer neben Hartholzauen die am weitesten verbreiteten Auwälder.
Durch den Verzicht auf Baggerungen hat sich wieder ein naturnaher Mündungskegel mit mehreren Seitenarmen entwickelt, die in engem Wechselspiel zwischen Wasserstand des Bodensees und Wasserführung der Bregenzerach stehen. Durchschnittlich schwemmt die Bregenzerach jährlich rund 250.000 m3 Feinsedimente und 7.000 m3 Kies in den Bodensee – bei starken Hochwässern aber auch deutlich mehr. Dies sind die Pionierstandorte für die künftigen Auwälder. Junge Sand- und Kiesflächen an der Mündung werden vor allem durch Reifweiden, Purpurweiden und teilweise auch durch Grauerlen besiedelt. Sofern nicht durch starke Hochwässer bzw hohe Bodenseewasserstände verhindert, entwickeln sich die Auwaldpionierstadien meist zu Silberweidenauwäldern. Die Mündungslandschaft der Bregenzerach und das angrenzende Mehrerauer Seeufer sind ein beliebtes Freizeit- und Naherholungsgebiet, das insbesondere im Sommer stark von Erholungssuchenden frequentiert wird. Besucherlenkung und Besucherinformation sollen Konflikte zwischen Freizeitnutzung und Naturschutz vermeiden.