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Bodensee-Vergissmeinnicht am Mehrerauer Seeufer in Bregenz, Vorarlberg
 
 

Bodensee-Vergissmeinnicht am Mehrerauer Seeufer in Bregenz, Vorarlberg

Endemische Pflan- zengesellschaft am Bodensee
Die Strandschmielengesellschaft mit dem Bodensee-Vergiss- meinnicht (Myosotis rehsteineri) ist am Bodensee endemisch, kommt also nur hier vor. Die Bestände in Bregenz waren durch Ufererosion akut gefährdet. Im Rahmen eines LIFE-NATUR- Projekts wurden die Kiesufer von 2002 bis 2005 saniert, um den Lebensraum für die seltenen Pflanzen zu erhalten.
Mit Erfolg, wie das Monitoring der Strandschmielen-Gesellschaft zeigt. Neben Zählungen seit den 1980er Jahren erfasst UMG seit 2002 die Bestände des Bodensee-Vergissmeinnichts entlang von Transekten, um die Bestandsentwicklung im Detail zu dokumentieren. Die Population des Bodensee-Vergissmein­nichts am Mehrerauer Seeufer hat sich durch günstige Wasser­stände sowie durch das LIFE-Projekt von wenigen 100 Pflan­zen in den 1980er Jahren auf rund 200.000 Exemplare im Jahr 2007 vergrößert.
 
Video Blüte des Bodensee-Vergissmeinnichts: www.youtube.com/watch?v=XwAqtsGrwOI
 
UMG Umweltbüro Grabher (2016): Monitoring Mehrerauer Seeufer – Bregenzerachmündung Bestandsentwicklung der Strandschmielen-Gesellschaft und Jahresbericht 2015. – Im Auftrag der Landeshauptstadt Bregenz und der Vorarlberger Landesregierung. Download als pdf (19.423 kb)
 
UMG Umweltbüro Grabher (2005): Monitoring LIFE-Natur- Projekt zur Lebensraumsicherung für Myosotis rehsteineri, Meherauer Seeufer – Bregenz. Abschlussbericht. – Im Auftrag der Landeshauptstadt Bregenz.
 
Amt der Landeshauptstadt Bregenz (Hrsg.) (2005): LIFE- Natur-Projekt Lebensraumsicherung für Myosotis rehsteineri in Bregenz. UferNatur Naturschutzgebiet. Bregenz, 48 S.
 
Grabher, M., Loacker, I. & Aschauer, M. (2006): Bestands- entwicklung der Strandschmielen-Gesellschaft (Deschamps- ietum rhenanae OBERDORFER 1957) am Mehrerauer Seeufer in Bregenz von 2003 bis 2005. Vorarlberger Naturschau - forschen und entdecken 19: 65-84. Download als pdf (686 kb)
 
 
Die Kiesufer bei der Mehrerau in Bregenz sind Lebensräume für eine besondere Pflanzengesellschaft – die Strandschmielengesellschaft (Deschampsietum rhenanae). Das Der Strandling (Litorella uniflora) bildet auf lange überschwemmten Flachufern dichte Rasen. An den Blüten ist die Verwandtschaft mit den Wegerichgewächsen zu erkennen. Die pseudovivipare (lebendgebärende) Strandschmiele (Deschampsia littoralis) ist nur mit wenigen Individuen vertreten. Sie ist eine der seltensten Pflanzen Österreichs und akut vom Aussterben bedroht.
In Vorarlberg sind Vorkommen des Uferhahnenfußes (Ranunculus reptans) auf die Flachufer am Bodensee beschränkt. Entscheidend für die Entwicklung der Strandschmielengesellschaft sind die Wasserstände des Bodensees. Mehrere Niederwasserjahre in Folge verändern die Konkurrenzverhältnisse; konkurrenzstarke Arten wie das Kriechende Straußgras (Agrostis stolonifera) breiten sich aus und verdrängen auf höher liegenden Standorten die seltenen Arten. Das Bodenseevergissmeinnicht im Spätsommer, seit etwa drei Monaten überschwemmt.